Studie über Langeweile bei Schülern der neunten Klasse

Die Wissenschaftler Thomas Götz und Anne Frenzel von der Ludwig-Maximilians-Universität in München habe eine Studie zum Thema Langeweile bei Schülern durchgeführt, zu dem bisher nur recht wenig publiziert wurde. Ziel der Studie war es, das Konstrukt Langeweile näher zu bestimmen und eventuell Subkategorien zu erstellen.

An der Untersuchung nahmen 50 Gymnasiasten der neunten Klasse mit dem Durchschnittsalter von 14,86 Jahre teil. Die Schüler sollten den Zustand Langeweile beschreiben, nachdem sie sich eine entsprechende Schulstunde vorstellten. Basierend auf den Beschreibungen wurden vier inhaltlich verschiedene Manifestationsformen von Langeweile gebildet, nämlich die indifferente Langeweile, die kalibrierende Langeweile, die zielsuchende Langeweile und die reaktante Langeweile.

In einem zweiten Schritt wurden die Schüler den vier Manifestationsformen der Langeweile zugeordnet. Am häufigsten zeigte sich mit 60 Prozent die kalibrierende Langeweile. Sie beschreibt den Zustand der Inaktivität, zeigt sich jedoch für Neues offen. Indifferente Langeweile wiesen 18 Prozent der Schüler auf. Sie ist gekennzeichnet durch eine geringe Aktivation und spiegelt sich in Schüleraussagen wie “Abschalten” und “Desinteresse” wieder.  16 Prozent der Schüler gaben eine zielsuchende Aktivität an, die durch Ruhelosigkeit geprägt ist und bei der die Schüler nach Handlungsalternativen suchen. Sechs Prozent der Schüler konnten der Kategorie reaktante Langeweile zugeordnet werden, die durch Ärger, Aggression und Hilflosigkeit beschrieben werden kann.

Quelle:
Götz, T. & Frenzel, A. (2006). Phänomenologie schulischer Langeweile. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie. 38 (4).149-153.same Behandlungsoption? Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 36 (2),  109-116.