Stress bei Kindern und Jugendlichen

1. Allgemeines

Die häufigsten Stresssymptome bei Kindern sind Kopf- und Bauchschmerzen sowie Einschlafprobleme. Weiterhin fühlen sich diese Kinder häufig angespannt, ängstlich und nervös. Die häufigsten Auslöser für diese Symptome stellen schulbezogene Stressoren dar. Differentialdiagnostisch ist es jedoch schwierig zwischen Stresssymptomen und Symptomen, die anderweitig verursacht werden zu unterscheiden.

Verfügen Kinder in Stresssituationen folgende adäquate Verhaltensstrategien fällt die Symptomatik geringer aus.

  • allgemeine Problemlösekompetenz,
  • Ablenkung,
  • Suche nach sozialer Unterstützung

Verhaltensweisen, die zu einer geringeren Stressbewältigungskompetenz führen sind

  • Vermeidungsverhalten
  • Gedankenkreisen über die Problemsituation
  • Resignatives Verhalten

2. Tests zur Erfassung der Stresssymptomatik

Stress- und Stressbewältigung im Kindes- und Jugendalter (SSKJ 3-8): Fragebogen von Lohaus, Eschenbeck, Kohlmann & Klein-Heßling für Kinder der dritten bis zur achten Klasse, der differenzierte Aussagen über die vorhandenen Stressauslöser, Stressbewältigungsstrategien und die aktuelle Stresssymptomatik trifft. Der Fragebogen weist eine Bearbeitungszeit von 30 bis 40 Minuten auf.

Stressverarbeitungsbogen für Kinder und Jugendliche (SVF-KJ):
Fragebogen von Hampel, Petermann und Dickow und insgesamt neun Problembewältigungsstrategien erfasst. Darunter die Strategien Resignation, gedankliche Weiterbeschäftigung, Vermeidung, positive Selbstinstruktion und Bagatellisierung.

Problemfragebogen (PQ): Anhand von 64 Fragen erhebt dieses diagnostische Instrument von Seiffge-Krenke die wahrgenommene Stressbelastung bei Jugendlichen. Dabei werden die Bereiche Schule, Zukunft, Eltern, Gleichaltrige, Freizeit, romantische Beziehungen und Identität erhoben.

3. Stressbewältigungstrainings

In Stressbewältigungstrainings werden adäquate Verarbeitungsstrategien trainiert.

  • Anti-Stress-Training (AST) von Hampel und Petermann: Gruppentraining für Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren. Liegt in verschiedenen Versionen vor mit zwei bis acht Sitzungen. Es wurde konzipiert für eine adäquate Verarbeitung krankheitsbezogener Belastungen. Als Techniken werden den Kindern Selbstinstruktionstechniken, Problemlösetechniken und Entspannungsverfahren vermittelt.
  • Optimistisch den Stress meistern von Reschke und Schröder: Gruppentraining für Personen ab 16 Jahren. Wurde als Gruppentraining mit drei bzw. zehn Sitzungen konzipiert. Die Teilnehmer lernen Stressoren zu identifizieren, negative Gefühle besser zu regulieren und als weitere Technik zur Stressbewältigung soziale Unterstützung einzuholen.
  • SNAKE ? ?Stress nicht als Katastrophe erleben? Gruppentraining für 14 bis 15jährige Schüler, das acht Gruppenstunden mit je 90 Minuten umfasst. Die Teilnehmer trainieren eine verbesserte Problemlösekompetenz, Techniken zur kognitiven Umbewertung von Ereignissen, Entspannungsverfahren, Zeitmanagement und Suche nach sozialer Unterstützung.