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1. Persönlichkeitsstörungen im ICD-10Persönlichkeitsstörungen werden nach dem ICD-10 definiert als dauerhaftes Verhaltensmuster, dass von den kulturellen Normen deutlich abweicht, unflexibel und unzweckmäßig ist. Dabei ist es nicht auf eine bestimmte Situation begrenzt. Das abweichende Verhalten führt zu einem persönlichen Leidensdruck und/ oder einer deutlichen Belastung der Umwelt. Die Symptome Persönlichkeitsstörungen sind seit der Adoleszenz (in ihren Anfängen) diagnostizierbar und sind stabil. Die Symptomatik der Persönlichkeitsstörung ist nicht die Folge einer organischen Erkrankung oder die Folgesymptomatik einer anderen Symptomatik.
Im ICD-10 werden gegenwärtig folgende Persönlichkeitsstörungen aufgeführt:
Die im ICD-10 verzeichneten Persönlichkeitsstörungen stellen nicht sämtliche Persönlichkeitsstörungen dar. Persönlichkeitsstörungen aus älteren Klassifikationssystemen bzw. aus spefizischen psychotherapeutischen Schulen finden sich nicht alle im ICD-10. Manche Störungen sind auf den amerikanischen Sprachraum begrenzt und werden in Europa nicht diagnostiziert. Weiterhin werden Verhaltensweisen, die vor 40 Jahren noch als Störung angesehen wurden, heute nicht mehr als störungsspezifisch gesehen. Persönlichkeitsstörungen die im außereuropäischen Raum diagnostiziert werden bzw. heutzutage nicht mehr diagnostiziert werden: narzistische Persönlichkeitsstörung, Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung, masochistische Persönlichkeitsstörung, sadistische Persönlichkeitsstörung. Aufgrund der Weiterentwicklung der Gesellschaft werden folgende Persönlichkeitstypen nicht mehr diagnostiziert. Entsprechende Diagnosen finden sich in älteren psychiatrischen Texten: sexuell haltlose Perönlichkeit, Willenlose Persönlichkeit, infantile Persönlichkeit, querulatorische Persönlichkeit.
Die im ICD-10 verzeichneten Persönlichkeitsstörungn können insgesamt 3 Gruppen zugeordnet werden: Kategorie A: Hier finden sich Persönlichkeitsstörungen, bei denen das Verhalten als sonderbar bezeichnet wird. Hierunter fallen die schiziotypische, paranoide und schizoide Persönlichkeitsstörung. Kategorie B: Das Verhalten ist stark emotional. Hier finden sich die Borderline-Persönlichkeitsstörung, die antisozialeund histrionische Persönlichkeitsstörung. In der Kategorie C finden sich die Persönlichkeitsstörungen, die durch eine überhöhte Angst gekennzeichnet sind, wie die selbstunsichere, die dependente und zwanghafte Persönlichkeitsstörung.
2. TherapieAllgemein gelten Persönlichkeitsstörung als schwerer zu therapieren. Diese Überzeugung findet sich insbesondere bei psychoanalytischen Therapeuten. Fiedler (2001) glaubt darin jedoch eine undifferenzierte Verallgemeinerung und eine selbsterfüllenden Prophezeiung zu sehen. Über die medikamentöse Behandlung findet sich ein interessantes Kapitel bei Herpertz und Saß Herpertz und Saß.
Literatur:Fiedler, P. (2001). Persönlichkeitsstörungen.
Weinheim: Beltz-Verlag.
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