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IntelligenztestDem Psychologen steht für die klinische Diagnostik mittlerweile eine zahlreiche Auswahl an Intelligenztests für Erwachsene zur Verfügung. Einer der bekanntesten ist der Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene sein (kurz HAWIE-III). Für die klinische Praxis stehen jedoch auch ökonomischere Verfahren zur Verfügung und auch in der Forschung wird häufig auf andere Verfahren zurückgegriffen.
HAWIE-IIIMit Hilfe von 14 Untertests werden der Gesamt-IQ, Verbal- und Handlungs-IQ bestimmt. Die obere Altersgrenze für die Anwendung des Tests wurde in der aktuellen Auflage (WIE - Wechsler Intelligenztest für Erwachsene) auf 89 Jahre erhöht. Der HAWIE kam 1956 auf den deutschen Markt. In den USA wurde der von David Wechsler im Jahr 1939 als Bellevue Intelligence Scale veröffentlicht. Im Jahr 1955 ersetzt die Wechsler Adult Intelligenzce Scale (WAIS) die Bellevue Intelligence Scale.
WIEWIE stellt die gebräuchliche
Kurzform des Wechsler Intelligenztests für Erwachsene aus dem
Jahr 2006 dar, der den HAWIE-R ersetzt. Mit Hilfe von 14 Untertests
werden der Gesamt-IQ, Verbal- und Handlungs-IQ bestimmt. Folgende
Untertests können durchgeführt werden: Bilderergänzen, Wortschatzt-Test,
Rechnerisches Denken, Matrizen-Test, Zahlennachsprechen, Allgemmeines
Wissen, Bilderordnen, Allgemeines Verständnis, Symbolsuche,
Buchstaben-Zahlen-Folge, Figurenlegen).
CFT 20-RErfasst die Grundintelligenz
im Sinne der "General fluid ability" nach Cattell
(g-factor) und erfasst somit die Fähigkeit fomal-logische
Denkprobleme und figurale Beziehungen zu verarbeiten und zu
erkennen. Es handelt sich dabei um einen sprachfreien Intelligenztest,
er kann also auch von Personen mit schlechten Deutschkenntnissen
durchgeführt werden. Normen für 20 bis 60jährige in 5-Jahresschritten.
Bearbeitungsdauer der Kurzform 30 min; bei der Langform beträgt
diese 50 min.
MIT
Der Mannheimer Intelligenztest
(kurz MIT) kann bei Erwachsenen bis zum 45 Lebensjahr eingesetzt werden.
Die Bearbeitungsdauer liegt bei 60 Minuten. Altersnormen sind
vorhanden. Das Verfahren erfasst das allgemeine intellektuelle
Niveau mit Hilfe von 10 Untertests, deren zugrunde liegenden
Dimensionen in der Intelligenzforschung faktorenanalytisch bestimmt
wurden. Kam im Jahr 1971 auf den deutschen Markt und liegt mittlerweile
in dritter Auflage vor
KAIEin gut einsetzbarer Intelligenztest
für ein kurzes Screening der Intelligenz stellt der KAI
von Lehrl, Gallwitz und Blaha dar. KAI ist die Abkürzung
des vollstängigen Namens des Verfahrens "Kurztest für Allgemeine Intelligenz" lautet.
Die Durchführungsdauer beträgt ca. 7 Minuten.
I-S-T 2000 RDer I-S-T 2000 R umfasst
die Aufgabengruppen Satzergänzung, Analogien, Gemeinsamkeiten,
Zahlenreihen, Figurenauswahl und Würfelaufgaben. Der Intelligenz-Struktur-Test
2000 R von Amthauer, Brocke, Liepmann und Beauducel ist
für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene genormt. Der I-S-T kam 1953 auf den Markt
und erschien in dritter Auflage als I-S-T 70 im Jahr 1970. Mit
diesem Test konnte der IQ von Kindern ab 12 Jahren erfasst werden.
LPSDas Leistungsprüfsystem kurz
LPS und erfasst die Primärfaktoren der Begabung. Korrelationen
zu den Ergebnissen im I-S-T betragen .74. Die Bearbeitungszeit
liegt bei 100 Minuten. Altersgestaffelte Normen für bis zu 50jährige.
LPS 50+Das Leistungsprüfsystem für 50
bis 90jährige bietet 2 Parallelformen bei einer Bearbeitungszeit
der Kurzform von 35 Minuten. Stellt eine leicht inhaltliche
Bearbeitung des LPS im Sinne der Zielgruppe dar. Kann auch für
die Früherkennung degenerativer Erkrankungen verwendet werden.
Familie in Tieren ist ein projektives Verfahren von Luitgard Brem -Gräser. Er wird eingesetzt für Kinder ab 4 Jahren bis zur Adoleszenz und wird zur persönlichkeits- und neurosediagnostischen Untersuchung verwendet. Durch den Test Familie in Tieren sollen Informationen über die Familienkonstellation zu den Themen Geborgenheit, Kontakt und Macht erhoben werden (Brähler, Holling, Leutner, Petermann, 2002) . Nach Brem-Gräser lösen sich beim Zeichnen unbewusst Affekte, die in den Zeichnungen sichtbar werden und Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Kindes und die Familienstruktur sichtbar machen. Der Test Familie in Tieren gehört zu den sogenannten zeichnerischen Gestaltungsverfahren, die mittels des zeichnerischen Ausdrucks Aufschluss über persönlichkeitsspezifische Merkmale geben (Rauchfleisch in Petermann & Eid, 2006). Familie in Tieren wird häufig in Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxen und Erziehungsberatungsstellen eingesetzt. In den 70er Jahren wurde der Test gelegentlich auch bei Erwachsenen verwendet.
Der Test wurde zum ersten Mal im Jahr 1959 veröffentlicht. Gegenwärtig liegt der Test Familie in Tieren in 9. Auflage vor, die im Jahr 2006 im Reinhardt Verlag erschienen ist. Frau Luitgard Brem-Gräser ist Professorin für Psychologie. Ihr Studium absolvierte sie an den Universitäten Göttingen und München. Von 1951 bis 1970 war sie Leiterin der Zentrale für Erziehung- und Jugendberatung des Schulreferates in München. Im Anschluss Professorin an der Fachhochschule München.
Ablauf Das Kind bekommt ein Zeichenpapier und einen Bleistift und hat nun die Aufgabe, sich vorzustellen, seine Familie sei eine Tierfamilie. Im Anschluss soll das Kind nun diese Tierfamilie zeichnen. Eine Zeitbegrenzung wird nicht gegeben. Der Test lässt sich als Einzel- und als Gruppentest durchführen.
Auswertung des Tests mit Hilfe des Katalogs der Tiereigenschaften.Der Test wird nach inhaltlichen, formalen und zeichenstrich-analytischen Kriterien ausgewertet. Die Interpretation findet weiterhin unter den symbolischen Merkmale der vom Kind gezeichneten Tiere statt. Für die inhaltlich symbolische Auswertung wird nun der von der Autorin erstellte “Katalog der Tiereigenschaften” zur Hand genommen, der Anhaltspunkte für die symbolische Interpretation bietet. In die Analyse fließen weiterhin die Reihefolge des Zeichnens der Tiere, die Gruppierung und die Größenverhältnisse ein. Auswertungsnormen fehlen.
TestentwicklungBei der Entwicklung des Tests wurden die Zeichnungen von 2000 10jährigen Kindern ausgewertet. Brem-Gräser wertete die Häufigkeit der gezeichneten Tiere aus und fragte weiterhin die Kinder, welche guten und schlechten Eigenschaften die Tiere hätten. Hieraus entstand der “Katalog der Tiereigenschaften”. In den Katalog der Tiereigenschaften flossen weiterhin “freundliche” und “unfreundliche” Redewendungen des Volksmunds über die jeweiligen Tiere ein.
HintergrundHildegard Hiltmann (1977) verweist darauf, dass Brem-Gräser bei der Testkonzeption davon ausgegangen sei, dass der Mensch “seit eh und je eine urtümliche Beziehung zum Tier habe” und das diese Mensch-Tier-Beziehung den Hintergrund des Tests darstelle.
KritikPetermann (1997) sieht den Einsatz des Tests Familie in Tieren kritisch. Der Einsatz als Test sei (aufgrund fehlender Normierung) nicht verantwortbar und auch als Explorationshilfe zu spekulativ.
Quellen: Brähler, E, Holling,
H. Leutner, D & Petermann, F. (2002). Brickenkamp Handbuch
psychologischer und pädagogischer Tests. Göttingen: Hogrefe
Verlag.
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