Alkoholismus
Definition Alkoholismus
Alkoholismus ist gekennzeichnet
durch die psychische und /oder körperliche Abhängigkeit vom
Alkohol. Ein Synonym des Begriffs Alkoholismus ist der der Alkoholabhängigkeit.
Begriffe
Alkoholismus = Alkoholabhängigkeit;
diese beiden Begriffe werden in diesem Text synonym verwendet.
“Niedrigdosisalkoholismus”:
ein von Kornhuber geprägter Begriff, dass bei Personen jenseits
der Lebensmitte schon niedriger Alkoholkonsum zu stoffwechselschädigenden
Wirkungen führen kann.
Kennzeichen des Alkoholismus
• ein
in der Menge abnormes Trinkverhalten • Toleranzentwicklung:
Alkohol wird immer besser vertragen, wodurch es zu einer Dosissteigerung
kommt.• Kontrollverlust:
die vorherige Festlegung auf eine bestimmte Menge kann nicht
eingehalten werden.
Nach der WHO liegt der Grenzwert
für eine unbedenkliche Menge bei 30g reinen Alkohol bei Männern
und für Frauen bei 20g reinem Alkohol.
Jellenik unterschied verschieden
Typen des Alkoholikers
- Alpha-Typ: zeitweilige
psychische Abhängigkeit, ohne Kontrollverlust, kann abstinent
sein. Bezeichnungen: Erleichterungs- oder Betäubungstrinker
- Beta-Typ: übermäßiger
jedoch nicht regelmäßiger Trinker. Bezeichnungen: Wochenendtrinker.
- Delta-Alkoholismus: kein
Kontrollverlust, jedoch die Unfähigkeit zur Abstinenz. Bezeichnungen:
Spiegeltrinker
- Gamma-Alkoholismus:
Kontrollverlust und physische Abhängigkeit. Im weiteren
Verlauf kommt es zu psychopahtologischen, sozialen und somatischen
Schäden.
Nur der Delta-Typ und der Gamma-Typ
fallen unter die Kategorie Alkoholabhängigkeit, der Alpha- und
der Beta-Typ können unter Alkoholmissbrauch subsumiert werden.
Psychische und organische Folgen des
Alkoholismus
Aufgrund des fortdauernden Alkoholkonsums
kommt es zu körperlichen und psychischen Veränderungen, die
zum Teil lebensbedrohliche Zustände annehmen können.
Alkoholdelir Weitere
Begriffe: Delirium tremens, Entziehungsdelir. Kann nach starker
Reduktion des Alkohols stattfinden oder nach Absetzversuchen.
Es dauert in der Regel mehrere Tage und ist gekennzeichnet durch
Bewusstseinstrübung, Halluzinationen und Tremor. Wird das Alkoholdelir
nicht behandelt führt dieser Zustand bei ca. 15 Prozent der
Patienten zum Tod.
Alkoholhalluzinose Bei
der Alkoholhalluzinose finden sich akustische Halluzinationen
und Verfolgungswahn. Häufig sind die Inhalte situationsgebunden.
Sie dauern in der Regel einige Tage.
Organische Persönlichkeitsveränderungen Die
organische Persönlichkeitsveränderung (Wesensveränderung) wird
durch psychische Faktoren mitbeeinflusst und kann sich unterschiedlich
ausbilden. Es finden sich eine erhöhte emotionale Labilität,
Gereiztheit, oberflächliche Euphorie und emotionale Abstumpfung.
Eifersuchtswahn Neben
hirnorganischen Faktoren lässt sich dieser Wahn häufig durch
Probleme in der Ehe, das sexuelle Versagen des Alkoholkranken
erklären. Der Patient glaubt aufgrund von Beobachtungen Beweise
für die Untreue seines Partners zu haben, die das wahnhafte
Gebilde unterstützen.
Korsakow-Syndrom Beim
Korsakow-Syndrom finden sich eine anterograde Amnesie und einige
Patienten mit Korsakow werden dadurch zum Pflegefall. Bei einem
Drittel der Patienten bildet sich die Symptomatik jedoch
wieder zurück, wenn über einen längeren Zeitraum der Betroffene
abstinent leben kann.
Sonstiges
- Beim fötalen Alkoholsyndrom
kommt es aufgrund einer Keimschädigung durch Alkohol bei
Neugeborenen zu einem kleineren Kopfumfang, flachen Gesichtszügen
einem niedrigeren IQ. Das fötale Alkoholsyndrom wird durch
Alkoholkonsum während der Schwangerschaft hervorgerufen
(1 bis 2 Fälle auf 100000 Geburten)
- Bei circa der Hälfte der
Verkehrstoten pro Jahr spielt Alkohol eine Rolle.
Therapie des Alkoholismus
Entgiftungen finden sehr oft
in allgemeinen Krankenhäusern statt. Stationäre Langzeittherapien
im Anschluss an die Entgiftung dauern in der Regel 4 Monate.
Neben stationären Einrichtungen (meistens Fachkrankhäuser) gibt
es auch noch die Möglichkeit der ambulanten Suchtbehandlung.
Eine erste kompetente Anlaufstelle für Alkoholprobleme können
die Psychosoziale Beratungsstellen sein.
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